Wer in NRW eine Freifläche mieten will, sollte drei Dinge vor dem Preis klären: Trägt der Boden die geplante Nutzung, ist die Fläche als Lagerplatz genehmigt, und wird Regenwasser so abgeleitet, dass keine Stoffe in Boden oder Kanal gelangen? Die Bauordnung NRW zählt Lagerplätze ausdrücklich zu den baulichen Anlagen.1 Für Container, Baustoffe, Fahrzeuge oder Leergut ist eine befestigte, eingezäunte und beleuchtete Fläche mit guter Lkw-Zufahrt der Standard.
Gewerbliche Grundstücke in den Ballungsräumen werden nach unserer Einschätzung eher mit Hallen bebaut als als reine Freifläche vermietet. Umso wichtiger ist es, eine angebotene Fläche schnell und richtig zu bewerten.
Wofür Unternehmen Freiflächen mieten
Die Nutzungen sind vielfältiger, als man denkt, und jede stellt andere Anforderungen:
| Nutzung | Typische Anforderung an die Fläche | Besonders prüfen |
|---|---|---|
| Containerlager | hohe Tragfähigkeit, ebener Belag | Stapelhöhe, Gewicht beladener Container, Umschlaggerät |
| Baustoffe, Gerüste, Schalung | befestigt, gut befahrbar | Staub, Lärm, Nachbarschaft |
| Lkw- und Trailerstellplätze | große Wenderadien, Zufahrt ohne Engstellen | Nachtbetrieb, Kühlaggregate |
| Fahrzeuge, Neuwagen, Maschinen | gesichert, beleuchtet | Diebstahlschutz, Versicherung |
| Leergut, Paletten, Gitterboxen | einfache Befestigung reicht meist | Brandlast, Abstand zu Gebäuden |
| Fässer, IBC, Altöl, Batterien | dichte Fläche mit Rückhaltung | Wasserrecht, Gefahrstoffrecht |
Die letzte Zeile ist die heikelste. Wer wassergefährdende Stoffe oder Gefahrstoffe draußen lagert, braucht mehr als einen Zaun. Was dafür gilt, steht weiter unten; die Mengenschwellen erklärt Gefahrstofflager: Anforderungen nach TRGS 510.
Befestigte Freifläche: welcher Boden für welche Last
„Befestigt“ ist in Exposés ein weiter Begriff. Er reicht von verdichtetem Schotter bis zu einer Betonplatte für Containerstapler. Fragen Sie deshalb nach dem Aufbau des Belags.
| Belag | Eignung | Grenzen |
|---|---|---|
| Asphalt | Lkw-Verkehr, Stellplätze, leichte bis mittlere Lasten | Spurrillen und Eindrücke bei Punktlasten, etwa unter Containerecken oder Stützen von Anhängern im Sommer |
| Betonpflaster | flexibel, gut reparierbar, verbreitet auf Höfen | Fugen sind nicht dicht, ungeeignet für wassergefährdende Stoffe ohne Zusatzmaßnahmen |
| Betonplatte | hohe Lasten, schwere Umschlaggeräte, dichte Ausführung möglich | teuer, Risse und Fugen müssen gepflegt werden |
| Schotter oder Recyclingmaterial | einfache Abstellflächen, Leergut | Staub, Pfützen, wenig Tragfähigkeit bei Nässe, nicht für Stoffe mit Wasserrisiko |
Die nötige Tragfähigkeit ergibt sich aus dem schwersten Fall, nicht aus dem Durchschnitt. Bei Containern ist das die Stapelung beladener Einheiten und das Gerät, mit dem sie bewegt werden. Ein Gutachten oder die Statik des Belags gibt darüber Auskunft; fehlt beides, lohnt eine Prüfung durch einen Fachplaner, bevor Sie unterschreiben.
Wie viel Freifläche brauchen Sie?
Wer nur die Stellfläche der Ware rechnet, unterschätzt den Bedarf. Rangieren, Wenden und Sicherheitsabstände brauchen in vielen Fällen mehr Platz als die Ware selbst.
Zwei Bezugsgrößen helfen beim Überschlag. Ein 40-Fuß-Standardcontainer ist rund 12,2 m lang und 2,4 m breit und belegt damit knapp 30 m² Grundfläche. Ein üblicher Sattelzug darf in Deutschland höchstens 16,50 m lang sein, Sonderfälle wie der Lang-Lkw ausgenommen.2
Ein Beispiel mit offengelegten Annahmen: Sie wollen 40 Container zweifach gestapelt lagern, also 20 Stellplätze am Boden, in zwei Reihen mit einer Fahrgasse dazwischen.
| Position | Annahme | Fläche |
|---|---|---|
| Containerstellplätze | 20 x 30 m² | 600 m² |
| Abstand zwischen Containern | 0,5 m je Stellplatz längsseitig | rund 120 m² |
| Fahr- und Rangiergasse | 25 m breit für Umschlaggerät und Lkw, 50 m lang | 1.250 m² |
| Zufahrt, Tor, Wenden | Schätzung | rund 500 m² |
| Summe | rund 2.500 m² |
Die Ware selbst belegt in diesem Beispiel nicht einmal ein Viertel der Fläche. Mit anderem Gerät, anderen Abständen oder einer Fläche, die an eine öffentliche Straße grenzt, sieht die Rechnung anders aus. Das Prinzip bleibt: Rechnen Sie Verkehrsflächen immer mit.
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Suchprofil anlegenGenehmigung: Lagerplatz ist nicht gleich Brachfläche
Nach § 2 Absatz 1 der Landesbauordnung NRW gelten Lagerplätze, Abstellplätze und Ausstellungsplätze als bauliche Anlagen.1 Praktisch bedeutet das: Eine Fläche, die bisher als Parkplatz, Grünfläche oder ungenutzte Reserve diente, ist nicht automatisch ein genehmigter Lagerplatz. Ob eine Baugenehmigung oder eine Nutzungsänderung nötig ist, hängt vom Einzelfall ab.
Zwei Fragen sollten Sie dem Eigentümer stellen:
- Was steht in der Baugenehmigung? Ist die Fläche als Lager- oder Abstellplatz genehmigt, und für welche Nutzung?
- Was sagt der Bebauungsplan? In Gewerbe- und Industriegebieten nach der Baunutzungsverordnung sind Lagerplätze grundsätzlich vorgesehen; in Misch- oder Randlagen kann es Einschränkungen geben, etwa beim Lärm.
Für Lkw-Stellplätze mit Nachtbetrieb und Kühlaggregaten oder für Recyclingmaterial können zusätzlich immissionsschutzrechtliche Fragen entstehen. Lassen Sie das im Zweifel vor der Unterschrift prüfen.
Schriftlich, nicht mündlich: Lassen Sie sich die genehmigte Nutzung schriftlich bestätigen und nehmen Sie sie in den Mietvertrag auf, am besten mit der Zusage des Vermieters, dass Ihre konkrete Nutzung zulässig ist. Sonst tragen Sie das Risiko, wenn das Bauamt nach einer Nachbarbeschwerde vorbeikommt.
Entwässerung und Wasserrecht
Auf einer Freifläche fällt Regen auf Ihre Ware. Was von dort abfließt, landet in der Kanalisation, in einer Versickerungsanlage oder im Boden. Deshalb gilt:
- Saubere Ware, saubere Fläche: Für Leergut oder verpackte Waren reicht in der Regel die normale Grundstücksentwässerung.
- Ware mit Abriebrisiko: Bei Schrott, Baustoffen oder Fahrzeugen fragen Sie nach Abscheidern (Leichtflüssigkeit, Schlamm) und deren Wartung.
- Wassergefährdende Stoffe: Wer Fässer, IBC oder Batterien im Freien lagert, betreibt in der Regel eine Anlage nach der AwSV. Für Fass- und Gebindelager schreibt § 31 AwSV ein Rückhaltevolumen vor, bis 100 m³ Gesamtvolumen 10 % davon, mindestens aber der Inhalt des größten Behälters.3 Eine gepflasterte Fläche mit offenen Fugen erfüllt das nicht. Üblich sind überdachte Auffangwannen oder Gefahrstoffcontainer, deren Abstände und Prüfpflichten unter Gefahrstoffcontainer und Lagerung im Freien beschrieben sind.
Die Gebühr für Niederschlagswasser richtet sich in vielen Kommunen nach der versiegelten Fläche. Bei großen Freiflächen lohnt deshalb ein Blick auf die Nebenkostenabrechnung des Vormieters.
Sicherung, Licht und Versicherung
Eine Freifläche ist eine offene Einladung, wenn sie schlecht gesichert ist. Prüfen Sie:
- Zaun, Tor und Schließsystem, idealerweise mit Zugangskontrolle
- Beleuchtung, die die ganze Fläche ausleuchtet, ohne Nachbarn zu blenden
- Videoüberwachung oder Wachdienst, abgestimmt mit dem Datenschutz
- Abstand brennbarer Lagerung zu Gebäuden und Grundstücksgrenzen
- Anforderungen Ihres Versicherers an Einzäunung und Überwachung
Viele Versicherer verlangen für Waren im Freien eigene Bedingungen. Klären Sie das vor dem Einzug.
Was eine Freifläche kostet
Für gewerbliche Freiflächen gibt es keine regelmäßig veröffentlichte Marktstatistik wie für Hallen. Die Preise hängen stark von Lage, Befestigung, Zufahrt und Genehmigung ab. Nach unserer Einschätzung liegt die Miete je Quadratmeter in der Regel unter der einer Halle am selben Standort, belastbare Vergleichszahlen gibt es aber nicht. Wer eine Halle mit Hof mietet, bekommt die Freifläche nicht selten als Teil des Pakets.
Eine unbefestigte oder nur geschotterte Fläche ist für gewerbliche Lagerung in unseren Augen fast nie ein Schnäppchen. Was Sie bei der Miete sparen, geben Sie für Staub, Pfützen, beschädigte Ware und im schlimmsten Fall für einen Konflikt mit der Wasserbehörde wieder aus.
Als grobe Einordnung hilft der Vergleich mit Hallenmieten: Hallen kosteten von Januar bis September 2026 in Köln im Mittel 6,80 € und in Düsseldorf 7,10 € je m² und Monat.4 Hallen- und Freifläche lassen sich dann so zusammenrechnen wie unter Lagerfläche mieten: Kosten je m² und je Palettenstellplatz gezeigt.
Was kostet es, eine Freifläche zu mieten?
Eine regelmäßig veröffentlichte Statistik für gewerbliche Freiflächen gibt es nicht. Die Miete hängt von Lage, Belag, Zufahrt und Genehmigung ab und liegt nach unserer Einschätzung meist unter der Hallenmiete am selben Standort. Vergleichen Sie Angebote immer mit Nebenkosten wie der Gebühr für Niederschlagswasser.
Brauche ich eine Genehmigung für einen Lagerplatz?
Lagerplätze gelten nach der Bauordnung NRW als bauliche Anlagen. Ob eine Baugenehmigung oder Nutzungsänderung nötig ist, hängt vom Einzelfall ab. Fragen Sie den Eigentümer nach der genehmigten Nutzung und lassen Sie sie im Mietvertrag festhalten.
Was bedeutet befestigte Freifläche?
Befestigt heißt, dass die Fläche einen tragfähigen Belag hat, etwa Asphalt, Pflaster, Beton oder verdichteten Schotter. Welche Last sie trägt, hängt vom Aufbau ab. Für schwere Container oder wassergefährdende Stoffe reicht nicht jede Befestigung.
Darf ich Gefahrstoffe auf einer Freifläche lagern?
Grundsätzlich ja, aber nur mit den passenden Schutzmaßnahmen. Für wassergefährdende Stoffe verlangt die AwSV eine dichte Fläche mit Rückhaltevolumen, für Gefahrstoffe gelten zusätzlich die Regeln der TRGS 510. In der Praxis werden dafür Gefahrstoffcontainer oder überdachte Auffangwannen genutzt.
Quellen
- Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW 2018), § 2 Begriffe, https://recht.nrw.de/lrgv/gesetz/01012024-bauordnung-fuer-das-land-nordrhein-westfalen-landesbauordnung-2018-bauo-nrw/
- Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, § 32 Abmessungen von Fahrzeugen und Fahrzeugkombinationen, https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__32.html
- AwSV, § 31 Besondere Anforderungen an Fass- und Gebindelager, https://www.gesetze-im-internet.de/awsv/__31.html
- BNP Paribas Real Estate: Logistikmarkt Köln und Logistikmarkt Düsseldorf, Review Q3 2026 (Oktober 2026), https://www.realestate.bnpparibas.de/sites/default/files/document/2026-10/bnppre-logistikmarkt-koeln-2026q3.pdf und https://www.realestate.bnpparibas.de/sites/default/files/document/2026-10/bnppre-logistikmarkt-duesseldorf-2026q3.pdf



