Kosten

Lagerfläche mieten: Kosten je m² und je Palettenstellplatz

Die Miete je Quadratmeter sagt wenig, solange Sie nicht wissen, wie viele Paletten darauf passen. So rechnen Sie Lagerflächen vergleichbar.

Von Redaktion corealisVeröffentlicht am 30. Oktober 20268 Min. Lesezeit
Orangefarbener Schubmaststapler vor Palettenregalen mit Kartonware, Symbolbild

Wer in NRW Lagerfläche mietet, zahlt in Köln und im Ruhrgebiet aktuell durchschnittlich 6,80 € und in Düsseldorf 7,10 € Kaltmiete je m² im Monat, für sehr gute Flächen bis knapp 9 €. Je Palettenstellplatz ergeben sich daraus, je nach Hallenhöhe und Regaltechnik, grob 6 bis 10 € Raumkosten im Monat, wie die Beispielrechnung unten zeigt. Hinzu kommen Regale, Geräte, Personal und Energie.

Der Quadratmeterpreis allein führt beim Vergleich in die Irre. Eine gesprinklerte Halle mit 12 m Höhe zu 7,50 € kann je Palette günstiger sein als eine Halle mit 6 m zu 5,50 €. Dieser Artikel zeigt, woher die Marktzahlen kommen, wie Sie sie in Kosten je Stellplatz übersetzen und welche Posten in keinem Exposé stehen.

Was Lagerfläche in NRW 2026 kostet

Verlässliche Mietzahlen veröffentlichen vor allem die großen Maklerhäuser in ihren Marktberichten. Die drei Marktzeilen der Tabelle stammen aus den Quartalsberichten von BNP Paribas Real Estate für Januar bis September 2026 und sind damit vergleichbar. Die NRW-Spitzenmiete in der letzten Zeile kommt von CBRE und bezieht sich auf das Jahr 2025, also auf eine andere Quelle und einen anderen Zeitraum.

Markt Durchschnittsmiete Spitzenmiete Zeitraum
Düsseldorf 7,10 € 8,85 € Januar bis September 20261
Köln 6,80 € 8,60 € Januar bis September 20262
Ruhrgebiet 6,80 € 8,10 € Januar bis September 20263
NRW gesamt (CBRE, anderer Zeitraum) 8,90 € Jahr 20254

Alle Werte sind Nettokaltmieten je m² Hallenfläche und Monat. Die Spitzenmiete beschreibt das oberste Segment, also moderne Flächen in den besten Lagen, nicht den Durchschnitt.

Drei Dinge verschieben den Preis im Einzelfall deutlich:

  • Größe: Kleine Einheiten kosten je Quadratmeter tendenziell mehr, weil Tore, Sozialräume und Erschließung auf weniger Fläche verteilt werden. In Köln betrafen im ersten Halbjahr 2026 etwa 66 % aller Abschlüsse Einheiten von höchstens 3.000 m².5
  • Alter und Ausstattung: Eine Bestandshalle aus den Neunzigern mit 7 m Höhe und wenigen Toren liegt unter dem Durchschnitt, ein Neubau mit 12 m und Sprinkler darüber.
  • Sonderlager: Kühllager und genehmigte Gefahrstofflager tauchen in diesen Statistiken kaum auf. Sie kosten wegen Dämmung, Technik und Brandschutz deutlich mehr; belastbare öffentliche Durchschnittswerte gibt es dafür nicht.

Vom Quadratmeter zum Palettenstellplatz

Für Lagerbetriebe ist der Palettenstellplatz die eigentliche Einheit. Wie viele Stellplätze auf einen Quadratmeter Hallenfläche kommen, hängt vor allem an drei Größen: der nutzbaren Höhe, der Regaltechnik und dem Anteil der Fläche, der für Gänge, Wareneingang, Kommissionierung und Bereitstellung draufgeht.

Die folgende Rechnung ist ein Beispiel mit offengelegten Annahmen, keine Marktstatistik:

Annahme Wert
Palettenregal, doppelreihig, Gang für Schubmaststapler Regaltiefe 2 x 1,1 m plus 0,1 m Rückenabstand, Gang 3,5 m
Regalfeld 2,8 m breit, 3 Europaletten je Ebene und Seite
Grundfläche eines Moduls aus Doppelregal und Gang 5,8 m x 2,8 m = rund 16,2 m²
Paletten je Modul und Ebene 6
Anteil der Hallenfläche, der Regal ist 60 %

Daraus ergeben sich je Ebene rund 0,37 Stellplätze je m² Regalzone. Bei sechs Ebenen (Boden plus fünf, passt bei 1,5 m hoher Ware etwa zu 11 m Höhe unter dem Binder) sind es rund 2,2 Stellplätze je m² Regalzone, über die ganze Halle gerechnet etwa 1,33 Stellplätze je m² Hallenfläche. Bei vier Ebenen, typisch für eine ältere Halle mit rund 7,5 m, bleiben noch etwa 0,89.

Wie sich die Zahl der Ebenen aus der Hallenhöhe ergibt und wann ein Blocklager mehr bringt, erklärt der Artikel Hochregal, Fachboden oder Blocklager.

Rechenbeispiel: Kosten je Palettenplatz

Jetzt lässt sich rechnen. Die Miete ist die Düsseldorfer Durchschnittsmiete für Januar bis September 2026,1 die Nebenkosten sind eine Annahme. Halle A braucht eine Sprinkleranlage, weil die Ware dort höher als 7,5 m steht.

Beispielhalle 5.000 m² Halle A, ca. 11 m, 6 Ebenen Halle B, ca. 7,5 m, 4 Ebenen
Nettokaltmiete 7,10 € je m² 7,10 € je m²
Nebenkosten (Annahme) 1,30 € je m² 1,30 € je m²
Monatliche Raumkosten 42.000 € 42.000 €
Palettenstellplätze rund 6.650 rund 4.430
Raumkosten je Stellplatz und Monat rund 6,30 € rund 9,50 €

Die gleiche Miete führt zu einem um die Hälfte höheren Preis je Stellplatz, nur weil die Halle niedriger ist. Umgekehrt kann eine hohe Halle mit höherer Miete je Quadratmeter am Ende günstiger sein. Vergleichen Sie Angebote deshalb immer je Stellplatz.

Zwei Vorbehalte: Die Rechnung setzt voraus, dass Boden und Stützenraster das Regal tragen, und sie unterstellt volle Auslastung. Ein Lager, das im Jahresmittel zu 80 % belegt ist, kostet je tatsächlich genutzter Palette ein Viertel mehr.

Vor jeder Verhandlung: Fordern Sie vom Vermieter neben Fläche und Höhe einen Regalplan an, oder die Freigabe, dass Ihr Regallieferant einen Belegungsvorschlag macht. Dann sehen Sie die echte Zahl der Stellplätze, bevor Sie verhandeln. Ein Regalplan kostet einen Nachmittag, eine falsche Halle zehn Jahre.

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Welche Kosten außer der Miete anfallen

Die Raumkosten sind in einem eigenen Lager selten der größte Posten. Eine ehrliche Kalkulation enthält mindestens diese Positionen:

Kostenblock Was dazugehört Hinweis
Miete und Nebenkosten Kaltmiete, Grundsteuer, Versicherung, Wartung, Außenanlagen im Mietvertrag geregelt
Regale und Lagertechnik Kauf oder Leasing, Montage, Anfahrschutz Regale müssen regelmäßig geprüft werden
Flurförderzeuge Stapler, Hubwagen, Ladegeräte bei Mehrschichtbetrieb Ersatzgeräte einplanen
Personal Lager, Disposition, Leitung meist der größte Block
Energie Licht, Heizung oder Kühlung, Ladestrom im Kühllager ein eigener Kostentreiber
IT Lagerverwaltung, Scanner, Schnittstellen auch bei kleinen Lagern nicht null
Einmalkosten Umzug, Einbauten, Rückbau, Kaution Rückbau im Vertrag begrenzen

Wie stark die Energie bei temperaturgeführter Ware ins Gewicht fällt, zeigt der Artikel Kühllager mieten.

Kosten beim Logistikdienstleister im Vergleich

Wer Lagerfläche nicht selbst mietet, sondern einen Dienstleister beauftragt, zahlt typischerweise anders: ein Lagergeld je Palettenplatz und Zeitraum, dazu Gebühren je Bewegung für Einlagerung, Auslagerung und Kommissionierung, dazu je nach Vertrag Mindestmengen oder Pauschalen. Öffentliche, belastbare Durchschnittspreise dafür gibt es nicht; die Spanne hängt an Volumen, Laufzeit, Ware und Serviceumfang.

Für einen fairen Vergleich müssen Sie beide Seiten auf dieselbe Einheit bringen:

  1. Eigene Vollkosten je Stellplatz ermitteln

    Raumkosten aus der Rechnung oben plus Regale, Geräte, Personal, Energie und IT, geteilt durch die durchschnittlich belegten Stellplätze.

  2. Dienstleisterangebot auf Ihre Mengen rechnen

    Lagergeld mal belegte Plätze plus Handlingsgebühren mal Bewegungen pro Monat. Am besten mit den echten Mengen aus dem letzten Jahr.

  3. Schwankungen einbeziehen

    Ein eigenes Lager kostet auch dann, wenn es halb leer ist. Beim Dienstleister zahlen Sie eher nach Nutzung, aber Spitzen können Zuschläge auslösen.

  4. Laufzeiten vergleichen

    Ein Hallenmietvertrag läuft typischerweise fünf bis zehn Jahre, ein Logistikvertrag in der Regel kürzer. Bewerten Sie, was Ihnen Flexibilität wert ist.

Wann welches Modell gewinnt, hängt an mehr als Zahlen, weshalb Eigene Halle oder Kontraktlogistik? auch Kontrolle und Bindung abwägt.

Wie Sie bei der Miete sparen, ohne am Lager zu sparen

Am Quadratmeterpreis lässt sich in einem knappen Markt meist nur wenig drehen. Mehr Spielraum steckt in anderen Stellen:

  • Höhe nutzen: Eine Ebene mehr im Regal bringt bei gleicher Miete rund ein Fünftel mehr Stellplätze.
  • Mietbeginn und Ausbau verhandeln: Mietfreie Monate für die Einrichtungsphase oder ein Zuschuss zu Einbauten wirken wie eine niedrigere Miete.
  • Nebenkosten prüfen: Lassen Sie sich die letzten Abrechnungen zeigen. Sprinkler, Hofflächen und Verwaltung können den Betrag spürbar erhöhen.
  • Lage abwägen: Eine Halle 20 km weiter vom Kern entfernt kann günstiger sein, verlängert aber Wege für Lkw und Pendelzeiten für Mitarbeitende.
  • Wachstum mitdenken: Ein Umzug nach drei Jahren kostet in aller Regel mehr als ein paar hundert Quadratmeter Reserve.

Wer mehr als 7,5 m hoch lagern will, sollte aus unserer Sicht nur Hallen mit vorhandener Löschanlage ansehen. Eine Sprinkleranlage nachzurüsten, bedeutet Planung, Löschwasserversorgung und Zustimmung von Eigentümer und Versicherer; das passt selten in den Zeitplan einer Anmietung.

Was kostet ein Palettenstellplatz pro Monat?

Im eigenen Lager liegen die reinen Raumkosten je Stellplatz in unserer Beispielrechnung bei rund 6 bis 10 € im Monat, abhängig von Miete und Hallenhöhe. Dazu kommen Regale, Geräte, Personal und Energie. Dienstleister rechnen Lagergeld und Handling getrennt ab; öffentliche Durchschnittspreise dafür gibt es nicht.

Was kostet ein Lager pro m² zur Miete?

Für Januar bis September 2026 nennt BNP Paribas Real Estate Durchschnittsmieten von 6,80 € in Köln und im Ruhrgebiet und 7,10 € in Düsseldorf, jeweils kalt je m² und Monat; die Spitzenmieten lagen bei 8,10 bis 8,85 €. Kleine Einheiten und Sonderlager liegen meist darüber.

Wie viele Paletten passen auf 1.000 m² Lagerfläche?

Bei einem Palettenregal mit sechs Ebenen und rund 60 % Regalanteil kommen Sie auf etwa 1.330 Stellplätze, bei vier Ebenen auf etwa 890. Im Blocklager hängt die Zahl davon ab, wie hoch die Ware gestapelt werden darf.

Sind Nebenkosten in der Lagermiete enthalten?

In der Regel nicht. Marktberichte nennen Nettokaltmieten; Nebenkosten wie Grundsteuer, Versicherung und Wartung kommen hinzu. Ob sie als Vorauszahlung oder Pauschale anfallen, regelt der Mietvertrag.

Quellen

  1. BNP Paribas Real Estate: Logistikmarkt Düsseldorf, Review Q3 2026 (Oktober 2026), https://www.realestate.bnpparibas.de/sites/default/files/document/2026-10/bnppre-logistikmarkt-duesseldorf-2026q3.pdf
  2. BNP Paribas Real Estate: Logistikmarkt Köln, Review Q3 2026 (Oktober 2026), https://www.realestate.bnpparibas.de/sites/default/files/document/2026-10/bnppre-logistikmarkt-koeln-2026q3.pdf
  3. BNP Paribas Real Estate: Logistikmarkt Ruhrgebiet, Review Q3 2026 (Oktober 2026), https://www.realestate.bnpparibas.de/sites/default/files/document/2026-10/bnppre-logistikmarkt-ruhrgebiet-2026q3.pdf
  4. CBRE: Logistikmarkt Nordrhein-Westfalen, Jahresbilanz 2025 (Februar 2026), https://mktgdocs.cbre.com/2299/e22d12f6-e6a2-426b-8f9d-9ac7ba12d85a-210314801/NRW_Logistikmarkt_DE.pdf
  5. BNP Paribas Real Estate: Logistikmarkt Köln, Property Report H1 2026 (Juli 2026), https://www.realestate.bnpparibas.de/sites/default/files/document/2026-07/bnppre-logistikmarkt-koeln-2026q2.pdf

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